Stromabnahme Minitrix BR45  Stefan Glasmachers   
 
Der kümmerliche Auslauf bei Stromunterbrechung wäre nicht so problematisch, wenn die Lok wenigstens eine sichere Stromabnahme hätte. Stromschleifer auf insgesamt zehn Rädern helfen wenig, wenn acht davon keinen sicheren Gleiskontakt haben. Für die über die Kuppelstangen angetriebene erste und fünfte Kuppelachse ist das nicht ohne weiteres zu erreichen.  Die Treibachse wird nur bei Rückwärtsfahrt aufs Gleis gedrückt und hängt bei Vorwärtsfahrt in der Luft; das ist durch die Getriebekonstruktion bedingt und nicht so einfach zu vermeiden. Aber die Lok hat ja einen Tender, dessen Stromabnahme mit einfachsten Mitteln sicher gemacht werden kann.
Die beiden Schrauben mitten unter dem Tender lösen und den Achslagerdeckel abnehmen. Auf der Oberseite des Deckels befinden sich zehn Kunststoffnippel, je einer links und rechts unter jeder Achse, die das Ausfedern der Achsen verhindern. Diese werden weggeschnitten. Dabei ist lediglich darauf zu achten, dass die zweite und fünfte Tenderachse praktisch kein Seitenspiel hat und durch den Deckel verklemmt werden kann, wenn beim Entfernen der Nippel seitlich ein Span oder eine kleine Beule am Kunststoff bleibt. Einfach mit einer feinen Feile die Seitenflächen säubern, falls solche Probleme auftreten sollten. Nun müssen noch die Kunststoff-Rastnasen, die in Achsmitte sitzen und die Montage erleichtern sollen, zurück gebogen werden, um den Federweg freizugeben. Bei der mittleren Achse kann man sich beide Maßnahmen sparen, denn die hat ohnehin keine Stromschleifer. Die übrigen vier Achsen sollte man nun herausnehmen, um die von oben auf die Achsmitte drückenden Schleifer noch etwas kräftiger einzustellen. Beim Einbau unbedingt auf die richtige Polung der Achsen achten: Die Masseräder (auf der Innenseite durchgehend Metall ohne rote Kunststoffnabe) müssen sich auf der in Fahrtrichtung rechten Seite (1. und 4. Achse) bzw. auf der linken Seite (2. und 5. Achse) befinden, sonst gibt´s einen Kurzschluss.